COSBY

1. Single: 2017
2. Album: 2018

Den richtigen Moment abzupassen, den geeigneten Rhythmus für sich und das eigene Leben zu finden – das ist leichter gesagt als getan: Manch einer bricht überstürzt auf, kann nicht schnell genug ans Ziel kommen, verrennt sich womöglich; andere lassen die Dinge auf sich zukommen, genießen die Aussicht unterwegs, akzeptieren das Auf und Ab, und wieder andere verpassen den Zug einfach komplett. Cosby aus München zeigen auf ihrem kommenden Debütalbum „As Fast As We Can“, wie sie diesen Balanceakt meistern: Einerseits rasant unterwegs – erst im Herbst 2014 stand die Band mit der Debüt-EP „Love and War“ in den Startlöchern, geht’s jetzt schon Schlag auf Schlag mit dem offiziellen Debüt weiter –, merkt man zugleich, wie wichtig es Cosby ist, eben nichts zu überstürzen und die eigenen Wurzeln, jenes schwer greifbare, pulsierende Gemisch aus enger Freundschaft, Hook-Verliebtheit, Weltverbesserungsstreben und vertontem Tatendrang, nicht zu vergessen bei all dem Rückenwind der letzten Monate.
 

Dass es sich bei Cosby um ein seltenes Hybridwesen handelt, war schon auf ihrer EP zu spüren: Die vier Münchner scheuen nämlich keineswegs vor großformatigen Popansagen zurück, obwohl ihre Produktionen ganz klar auf DIY-Wurzeln basieren, ein gesunder, organischer Indie-Spirit ganz offensichtlich das Fundament und oberste Priorität für sie darstellt. Ihr Wille, etwas Ganzheitliches, auf Freundschaft Basierendes zu schaffen (und zu leben), geht sogar so weit, dass sie sich selbst fast schon als „Öko-Haufen“ bezeichnen würden – inklusive eigener Mini-Hühnerfarm übrigens –, nur klingen ihre Songs trotzdem zum Teil „wie neue US-Superhits“, um es mit dem Bayerischen Rundfunk zu sagen.
 

„As Fast as you can“ lässt man sich auf das Gefühl ein, das einen im Eröffnungstitel wie eine Böe erfasst, gefolgt von Sehnsucht nach etwas Ungreifbarem das hin- und hergerissene „We Kiss“: Mal lacht man, tanzt ausgelassen umher, dann zerbricht das Herz und alles versinkt im Schmerz – da kann einem schon mal „dizzy“ werden. Untermalt mit verspielten Synthies und gedrosseltem Dream-Pop-Sound, löst auch „Leaving“ eine romantische Sehnsucht aus. „Salt“ schwemmt den Blick frei, zieht die Spur salziger Tränen über die Haut, wo zuvor Glühen war. Eine durch und durch epische Zeitlupen-Ballade ist „Hardest Thing“, die die Unmöglichkeit des Weitermachens umkreist, weil die Wunden einfach noch zu frisch sind bis „Lost“ abermals zum Innehalten und Bis-10-Zählen aufruft: Da das Ergebnis noch offen, der Refrain als Frage formuliert ist. Es geht klanglich mit treibender, vorwärts preschender Energie weiter („Yeah, yeah, yeah/here we go“ heißt es im euphorischen Titel „Yeah!“). „Yeah!“, sowie auch „Boon and Bane“ bringen das Gefühl zurück, wie es ist, die Flügel auszubreiten und hinter sich zu lassen, was am Boden hielt. Ist die wiederentdeckte Kraft und das Neue schon stark genug, um mit dem nächsten Windstoß abzuheben? Oder siegen Enttäuschung und Rachegelüste in „Love and War“? „If everything could ever feel this real forever“, heißt es dann auf der überraschenden Coverversion des Foo-Fighters-Klassikers „Everlong“, dem Cosby mit wabernden Synthie-Teppichen grandios ihren klanglichen Stempel aufdrücken: „Diese Band hat uns schon immer begleitet“, berichten sie über den einzigen Coversong von „As Fast As We Can“. Nach einem langsam stampfenden Schlusspunkt ohne Wenn und Aber („Everything“), berührt „Feel“ noch einmal alte Wunden, um einen Weg zur Heilung zu finden. Kriegerische Trommelschläge in „Never“ münden in melancholische und zugleich euphorische Oh-oh-oh-Gesänge und lösen ein Gefühl des Aufbruchs aus, in eine hoffentlich selbstbestimmte (und natürlich trotzdem ungewisse) Zukunft.

Seit rund fünf Jahren miteinander befreundet, arbeiten Marie Kobylka (Gesang, Piano), Christoph Werner (Synthesizer, Gitarre), Robin Karow (Schlagzeug) und Kilian Reischl (Bass) seit Anfang 2013 daran, ihr kollektives Lebensgefühl unter dem Namen Cosby zu vertonen: „Jeder Song schöpft aus den Gedanken und Erlebnissen der Band und ist deshalb so echt und ehrlich wie ein Tagebucheintrag“, sagte Schlagzeuger Robin schon über die in Eigenregie produzierte und veröffentlichte EP „Love and War“, die im September 2014 mit den Top-50 der deutschen iTunes-Charts flirteten und mit der Single „Boon and Bane“ sogar zwei Monate lang die Top-300 der Airplay-Charts aufmischte. Nachdem ihre ersten Tracks ganz ohne Label-Support schon wenig später über 300.000 Streams bei Spotify verzeichneten und Cosby erste Lobeshymnen von der SZ, dem BR, dem Musikexpress und der WELT („...ein ungeschliffenes Pop-Juwel“) kassierten, haben die vier Münchner für ihr kommendes Debütalbum einen Vertrag mit Warner/Chappell Music unterschrieben und waren nach zahlreichen Festival-Auftritten 2014 im Rahmen der Fiat 500X Kampagne quer durch Deutschland unterwegs.

Bevor „As Fast As We Can“ im Sommer 2015 erscheint, waren Cosby mit der „Startrampe“ vom BR bis nach London auf Tour und im Mai beim diesjährigen GEMA Musikautorenpreis in der Kategorie „Nachwuchs“ nominiert. Pünktlich zur Albumveröffentlichung wird die zu den „größten Pop-Hoffnungen der Stadt (München)“ gekürte Band dann auch weit über die Grenzen Deutschlands zu hören sein. Für die ab Juli europaweit ausgestrahlte TV-Kampagne der Parfümmarke MEXX holte sich Procter & Gamble nach der letzten Kooperation mit James Blunt jetzt den Durchstarter COSBY mit ihrem Hit „Boon and Bane“ ins Boot.

Auch wenn das Herz mal zu Rasen beginnt, mal aussetzt und zu verzweifeln droht: Auf „As Fast As We Can“ zeigen Cosby, dass sie sich weder hetzen noch aufhalten lassen...
 

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thisiscosby.com

©Warner/Chappell