Jean Michel Jarre "EQUINOXE INFINITY"


Single: Infinity" 09.11.2018
Album: "Equinoxe Infinity" 16.11.2018

Mit EQUINOXE INFINITY erscheint zum 40sten Jubiläum des Originals ein brandneues EQUINOXE Album. 1978 komponierte und Produzierte Jean-Michel Jarre ein Album, welches die Musik unserer Zukunft widerspiegeln sollte und damit in die elektronische Musikgeschichte revolutionierte. Als tragendes Element ging es auf EQUINOXE um die „Watchers“ (die Beobachter), die auf dem ursprünglichen Album Cover in unendlicher Zahl zu sehen waren. Wer sind diese Watchers? Beobachten sie uns? Sind sie Freund oder Feind? Diese Watchers waren 1987 in einer aufstrebenden Zeit von Technik und Neuerungen ein Symbol für Maschinen die uns beobachten, eine frühe Vision dessen, was uns die Zukunft bringen würde.

Auf EQUINOXE INFINITY führt Jean-Michel Jarre diesen Gedanken fort. Gleich mit zwei Covern erscheint das neue Werk. Die eine Version verkörpert eine Zukunft, in der der Mensch in Einklang mit der Natur leb. Die andere Version zeigt die Zerstörung, die Maschinen und Menschen über den Planeten bringen könnten. Für den als Innovator und Pionier bekannten Jarre ist das Thema Artificial Intelligence und Man vs Machine das wichtigste  und brisanteste Thema für die Menschheit der Zukunft. Für seine Gedanken wurde Jarre  2017 mit der Stehen Hawkins Medal of for Science ausgezeichnet.  EQUINOXE INFINITY ist der Soundtrack für diese zweiseitige Zukunftsvision.  Das Cover kann bei der Bestellung nicht ausgewählt werden. Die Auswahl erfolgt auf Künstlerwunsch nach dem Zufallsprinzip. 

Jean-Michel Jarres neues Album EQUINOXE INFITNITY ist ein allumfassendes Erlebnis. Im Nutzen technologischer Neuerungen für seine kompositorischen, konzeptuellen und visuellen Ideen als Innovator gefeiert, hat sich Jarre einen beispiellosen Status als Kunstschaffender
erarbeitet. Seine Alben verkauften sich über 80 Millionen Mal. Mit seinen spektakulären, Zuschauerrekorde brechenden Open-Air Shows schrieb er Geschichte. Sein Mut zum Experiment ließ ihn zum Wegbereiter unzähliger Musiker und zum brillanten Querdenker werden. Seine empathische Sichtweise und sein Engagement für Natur und Menschheit machten ihn zum UNESCO Botschafter für Umwelt und Bildungsarbeit.

Auch heute hat der Gedanke eines Zusammenspiels zwischen Natur, Technologie und Mensch eine Übergeordnete Rolle für Jarre. So spielte er vergangenes Jahr für die UNESCO am Toten Meer, um auf die Austrocknung der Region aufmerksam zu machen und gerade erst überraschte er durch sein Solarpanel betriebenes „Green Concert“ in Saudi-Arabien, mit dem er die ambitionierten Pläne des Königreichs zur Verwendung von Erneuerbaren - Energien unterstützt.

Bereits 1977 führte Jarre mit seinem Cover für sein internationales Debutalbum „Oxygene“ seine ökologische Idee vor. Damals wie heute fasziniert vom Zusammenspiel zwischen Umwelt und Technologie, wollte er mit dem berühmten Totenkopf der aus der Erdkugel rankte, auf die Verschmutzung der Erde durch die Menschheit aufmerksam machen. Lange noch bevor es eine breite öffentliche Diskussion um einen Klimawandel überhaupt gab. Im November 1978, ein gutes Jahr nach dem großen, weltweiten Einschlag von „Oxygene“, legte Jean-Michel Jarre mit einem weiteren Geniestreich nach: EQUINOXE. Das beeindruckende, 8 Parts umfassende Instrumentalalbum, erschien in einer nicht minder eindrucksvollen Hülle. Reihen von „Watchers“, undefinierbaren Wächtern, schauten die Betrachter an und symbolisierten den futuristischen Ansatz, den Jarre im Sinn hatte während er EQUINOXE komponierte. EQUINOXE war die Zukunftsmusik für eine Welt wie Jarre sie in 40 Jahren visualisierte. Die Antwort auf die Frage, wen die „Watchers“ von Cover-Künstler Michel Granger symbolisierten überlies Jarre dem Hörer, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass der Mensch sich Zusehens in die Abhängigkeit von Maschinen und neuer Technologien ergibt. Ohne es damals benennen zu können, hatte Jarre mit den „Watchers“ eine frühe Vision von etwa CCTV, Big Data und dessen Folgen.

Jetzt, 40 Jahre später, am exakt gleichen Erscheinungstag des ersten EQUINOXE- Werks, veröffentlicht Jean-Michel Jarre EQUINOXE INFITNITY. Mit dem 10 Tracks umfassenden Album schreibt er die EQUINOXE-Story weiter, fügt ihr aber auch komplett neue Ideen und Visionen
zu. Eine Fortsetzung der ersten EQUINOXE- Einspielung ist das neue Album nicht. Dafür ist Jarre an einem Punkt in seiner Karriere, in dem etliche Künstler nunmehr nur noch mit alten Erfolgen abkassieren, ein viel zu wacher, vorwärts schauender Charakter geblieben, der immerzu Neuland sucht. Für Jarre ist EQUINOXE INFNITY eher „wie eine musikalische Fortsetzung auf Stereoiden“.

Zum ersten Mal in seiner Karriere, ließ Jarre seine Musik von der grafischen Gestaltung des Covers der Platte inspirieren. „Die ‚Watchers' auf dem Cover von EQUINOXE haben mich immer fasziniert", sagt Jarre. „Als ich begann, Ideen zum 40- Jubiläum von EQUINOXE zu sammeln, dachte ich darüber nach, was in den vier Dekaden wohl mit diesen Geschöpfen geschehen sein könnte. Und ich fragte mich, was mit ihnen in den nächsten 40 Jahren passieren würde. Für mich ist das Thema Künstliche Intelligenz DIE Herausforderung für die Menschheit. Ich sehe diese Herausforderung gar nicht nur negativ. Ich finde es spannend, dass Menschen immer nur Angst vor den Neuerungen der Zukunft haben, obwohl sie Rückblickend jeder Generation nur Verbesserung gebracht hat. Ausgehend davon, entwarf ich Ideen zum Artwork des neuen Albums. Meine Covers waren für mich immer eng mit der Musik der jeweiligen Platte verbunden. Heute wird Musik einerseits mittels Streaming und Downloads konsumiert, andererseits erleben wir die große Wiederbelebung von Vinyl, bei denen Cover eher wie eine Art Kunstwerk in den Wohnraum einziehen. Ich fand den Künstler Filip Hodas auf Instagram und fragte ihn, ob er mir entsprechend meiner Vision zwei Cover entwerfen würde.“ Und so erscheint EQUINOXE INFINITY gleich mit zwei Motiven. Eines symbolisiert die harmonische Koexistenz von Menschheit und Künstlicher Intelligenz. Das andere zeigt eine Zukunft, in der Menschheit und Maschinen die Erde zerstören. „EQINOXE INFINITY ist im Grunde der Soundtrack zu den beiden Covers des Albums. Egal welche Sichtweise man für die Zukunft annimmt, funktioniert der Soundtrack für beide Welten“

Weiterhin offen für den Betrachter bleit die Frage über die „Watchers“ die auf beiden Covern weiterleben: Beobachten sie uns? Lernen sie von uns? Werden sie letztendlich die Führung übernehmen? Verkörpern die „Watchers“ Künstliche Intelligenz? Keins der beiden Alben- Cover liefert eine abschließende Klärung dieser Fragen. Aus gutem Grund, möchte Jarre doch vor allem an die Imagination der Betrachter appellieren. Auf persönlichen Wunsch von Jarre, erhalten Käufer das Album, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, eines der beiden Covers.

Als Preisträger der Stephen Hawking Medal for Sience Communication im letzten Jahr, hatte Jarre die Gelegenheit, mit dem verstorbenen Physiker und Astrophysiker zu sprechen. „Er prophezeite eine Epoche, in der wir auf einen anderen Planeten übersiedeln müssen, wenn wir überleben wollen. Mir gefällt der Gedanke, dass wir auf der Erde bleiben können. Aber es ist tatsächlich möglich, dass wir Nomaden werden müssen, um überleben zu können. Die Menschheit würde, mit anderen Worten, somit in die Unendlichkeit wandern. Daran dachte ich als ich die Musik für das neue Album komponierte", erinnert sich Jarre. Er ist zurückhaltend in der Erklärung zur Musik auf EQUINOXE INFITNITY, oder der Geschichte, die das Album erzählt. Stattdessen heißt er die Sinne seiner Zuhörer zum Finden eigener Geschichten willkommen, die von der gleichsam mächtigen wie auch poetischen Musik mühelos angesprochen werden. Ein Stück weit geheimnisumwoben sein, ist einer der Gründe für die Langlebigkeit von Jarres Musik.

Immer schon ein ausgewiesener Pionier der Elektronischen Musik gefeiert, bindet Jarre etliche seiner charakteristischen Sounds in EQUINOXE INFITNITY ein. Sie ergänzt er mit neuen Electronic Music Dialogformen und rhythmischen Mustern zur Vorstellung einer Zukunftsvision, die gleichsam anregend und beinahe dichterisch klingt. Das Vorurteil, nachdem Elektronische Musik nur funktionales, gefühlloses Geräusch ist, wird von der eindringlichen Schönheit des Stücks „If The Wind Could Speak“ ad absurdum geführt. Der Titel „Robot's Don't Cry“, klingt wie ein großes Electronic-Gelage. Neue Wege der Soundbearbeitung treffen darin auf Pulse aus den frühen Tagen und auf das Mellotron, eines der ältesten elektromechanischen Instrumente, das dem Stück eine warme, menschliche Note verleiht. „Infinity“ enthält ein freudiges musikalisches Motiv, das an „Equinoxe Part 5“ vor 40 Jahren erinnert. „Don't Look Back“ basiert auf längst kultivierten Streicher-Sounds, die in überaus origineller Weise gedreht und bearbeitet werden. EQUINOXE INFITNITY, das abschließende Stück des Albums, ist eine Glanzleistung. Unzählige Samples und Sounds ergeben darin ein Öko-System an Klängen, in denen Jarre sämtliche der teils gegensätzlichen Elemente Hand in Hand in die Unendlichkeit übergibt. In eine Zukunft, die uns verstehen lassen könnte, dass die „Watchers“ entweder Freunde oder Rivalen sind - abhängig davon, wie gut wir miteinander kommunizieren. EQUINOXE INFITNITY ist eine Vorherbestimmung der Zukunft, die nicht trostlos aussehen muss, sondern vielmehr empathisch-fortschrittlich und aufregend sein kann.

EQUINOXE INFITNITY ist der vorläufige Höhepunkt einer beispiellos produktiven Phase in Jean- Michel Jarres Karriere. Nachdem Mamut Projekt „Electronica“, für das Jarre über 30 Weggefährten der Elektronischen Musik zu Kooperationen einlud und das 2017 Grammy nominiert wurde, machte er sich umgehend an „Oxygene III“, eine Welttournee, die einstündige Kompostion „Hexagone“ für das Französische Inforadio und schließlich an die Zusammenstellung von 41 Hits und zwei brandneuen Tracks für sein Best Of Album „Planet Jarre- 50 Years Of Music“, welches erst im September 2018 erschienen ist. „Ich fühle mich erfrischt, wie an einem neuen kreativen Höhepunkt angekommen“, erklärt Jean-Michel Jarre seinen spektakulären Schaffensdrang der jüngeren Vergangenheit. „Vor zehn Jahren musste ich durch eine ziemlich düstere Phase meines Lebens gehen. Eine Reihe Menschen, denen ich mich eng verbunden fühlte, starben kurz hintereinander. Ich hatte anschließend das Bedürfnis, mein Leben zu überdenken und anders zu organisieren. Dafür brauchte es eine Weile und ich bin froh, mir eine Auszeit genommen zu haben, denn heute fühle ich mich wiederbelebt. Ich bin sehr detailverliebt im Finden der besten Sounds und beim Konzipieren der Idee für dieses Album vorgegangen. Durch einen Zufall bei den Produktionsabläufen meines Labels war es mir möglich zwei Wochen länger als geplant an diesem Album zu arbeiten. Endlich hatte ich Zeit jedes Detail noch einmal zu bearbeiten. Wer mich kennt weiß, ich bin ein Perfektionist. Nie war ich auf ein Album stolzer als auf EQUINOXE INFITNITY. Alles klingt so wie es sein soll.“

Und die Zukunft von Jean-Michel Jarre? „Natürlich habe ich gleich zwei neue Projekte auf die ich mich jetzt freue. Ich kann es gar nicht abwarten, an ihnen zu arbeiten. Es gibt Live Projekte an denen ich interessiert bin, Auftragsarbeiten... Musik und Kreativität ist wie ein Sport mich. Warum aufhören, in spannenden Zeiten wie diesen?!“

Tracklist:

1. The Watchers (Movement 1)
2. Flying Totems (Movement 2)
3. Robots dont cry (Movement 3)
4. All that you leave behind (Movement 4)
5. If the wind could speak (Movement 5)
6. Infinity (Movement 6)
7. Machines are learning (Movement 7)
8. The Opening (Movement 8)
9. Don’t look back (Movement 9)
10.Equinoxe Infinity (Movement 10)
©Columbia/SonyMusic2018